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Eisenmangel nach der Geburt – die große Unbekannte

Geschrieben von: Verena Köhler, Anne Schuchanegg, Lara Wartak
Lesezeit: 4 Minuten
Seit der Gründung von Bloom liegt uns die Gesundheit von Frauen* besonders am Herzen. Der heutige Blog konzentriert sich auf eine ganz bestimmte Gruppe von Menschen: Mamas**, die kürzlich entbunden haben.
Während der Schwangerschaft gibt es viele medizinische Untersuchungen, um sicherzustellen, dass die Mama gesund ist und sich der Fötus gut entwickelt. In vielen Ländern wird während dieser Zeit der Eisenstatus ermittelt und gegebenenfalls Eisen supplementiert, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Nach der Geburt des Babys liegt der Schwerpunkt dann ganz auf dem Neugeborenen und es finden keine engmaschigen Kontrolluntersuchungen der Mama mehr statt. Manchmal stellen Mamas die Einnahme von Eisenpräparaten oder Nahrungsergänzungsmitteln sogar ganz ein.
Dieses Phänomen spiegelt sich in der wissenschaftlichen Literatur wider – oder eher darin, dass diese fehlt: Die meisten Studien befassen sich mit Eisenmangel bei Mamas während der Schwangerschaft oder mit Eisenmangel bei Neugeborenen. Es gibt jedoch nur wenige Informationen über Eisenmangel oder Anämie bei Mamas oder, ob nach der Geburt Eisen supplementiert werden sollte oder nicht. Und obwohl es Empfehlungen der WHO zur Eisensupplementierung bei Frauen nach der Geburt gibt, sprechen die Autor*innen des entsprechenden Leitfadens selbst den Mangel an Evidenz an, auf denen diese Empfehlungen beruhen.
Daraus ergeben sich folgende Fragen:
- Sind Frauen nach der Geburt eines Kindes anfällig für Eisenmangel?
Mit dem Wachstum des Fötus steigt der Eisenbedarf des Körpers der Mama deutlich an, weshalb viele Frauen während der Schwangerschaft unter Eisenmangel leiden. Zusätzlich kann es während der Geburt zu einem erheblichen Blutverlust kommen. Um die verlorenen roten Blutkörperchen wieder aufzubauen, benötigt der Körper Eisen, wodurch die Eisenspeicher weiter geleert werden. Somit kann Eisenmangel in der Schwangerschaft zusammen mit dem Verlust großer Blutmengen während der Geburt zu einem schweren Mangel an roten Blutkörperchen, der sogenannten Anämie, führen. Selbst in Industrieländern liegt die Prävalenz von Anämie bei Frauen nach der Geburt zwischen 22 und 50 %. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Frauen nach der Geburt anfälliger für Eisenmangel (und möglicherweise Anämie) sind, insbesondere wenn sie bereits während der Schwangerschaft unter Eisenmangel litten.
- Wie lässt sich Eisenmangel feststellen?
Viele Symptome eines Eisenmangels sind eher unspezifisch: Müdigkeit, Schwindel, starke Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust und blasse Haut können auch viele andere Ursachen haben. Schlimmer noch, sie können auf die schlaflosen Nächte und die fordernde erste Zeit mit einem Neugeborenen zurückzuführen sein, so dass ein Eisenmangel leicht übersehen werden kann. Ein gut etablierter Biomarker aus der klinischen Praxis zur Überprüfung des Eisengehalts ist Ferritin. Dieses Protein steht in direktem Zusammenhang mit dem Eisenspeicher, was bedeutet, dass ein hoher Ferritinwert auf einen hohen Eisengehalt und ein niedriger Ferritinwert auf einen niedrigen Eisengehalt im Körper hindeutet.
- Wirkt sich das in irgendeiner Weise auf das Baby aus?
Diese Frage ist nicht nur relevant, wenn das Baby mit Muttermilch ernährt wird, sondern auch wenn es Pre-Nahrung bekommt, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht offensichtlich erscheint! Aber dazu gleich mehr. Das Wichtigste zuerst: Babys werden mit eigenen Eisenspeichern geboren, die normalerweise für mehrere Monate gut gefüllt sind. Außerdem haben Studien gezeigt, dass der Eisenstatus der Mama keinen Einfluss auf den Eisengehalt ihrer* Milch hat. Der Gehalt schwankt im Laufe der Zeit nur wenig und ist allgemein relativ niedrig (dasselbe gilt für Pre-Milch, die der Muttermilch nachempfunden ist). Allerdings können niedrige Eisenspeicher das psychische und physische Wohlbefinden der Mama beeinträchtigen, was sich dann indirekt auch auf das Baby auswirkt. Eisenmangel bei Mamas nach der Geburt sollte daher unbedingt erkannt und ernst genommen werden!
Mit dem Bloom-Ferritin-Test kann Ferritin innerhalb von 10 Minuten aus wenigen Tropfen Blut gemessen werden. Die Ergebnisse sind sofort nach dem Test auf der Bloom App verfügbar. Zusätzlich zum Ferritinwert gibt es eine personalisierte Interpretation des Ergebnisses und Empfehlungen, wie man gegebenenfalls einen Eisenmangel beeinflussen kann.
Ein Baby zu bekommen mag eine wunderbare Erfahrung sein, die allerdings auch sehr fordernd sein kann. Da bleibt den Mamas meistens nur wenig Zeit, um auf sich selbst zu schauen. Der Bloom Ferritin Test will Abhilfe schaffen: Der Test erreicht Mamas dort, wo sie kurz nach der Geburt sind – zu Hause bei ihren Babys.
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*inkludiert alle Personen mit Uterus und wird im gesamten Blogbeitrag verwendet
**inkludiert alle Personen, die ein Kind geboren haben und wird im gesamten Blogbeitrag verwendet
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References
- Guideline: Iron supplementation in postpartum women. Geneva: World Health Organization; 2016.
- Moya E, Phiri N, Choko AT, Mwangi MN, Phiri KS. Effect of postpartum anaemia on maternal health-related quality of life: a systematic review and meta-analysis. BMC Public Health. 2022 Feb 21;22(1):364. doi: 10.1186/s12889-022-12710-2
- Shashiraj, Faridi MM, Singh O, Rusia U. Mother’s iron status, breastmilk iron and lactoferrin–are they related? Eur J Clin Nutr. 2006 Jul;60(7):903-8. doi: 10.1038/sj.ejcn.1602398
- Iron Deficiency Anaemia: Assessment, Prevention, and Control: a Guide for Program Managers. Geneva: World Health Organization.; 2001.
- Neef V, Choorapoikayil S, Hof L, Meybohm P, Zacharowski K. Current concepts in postpartum anemia management. Curr Opin Anaesthesiol. 2024 Jun 1;37(3):234-238. doi: 10.1097/ACO.0000000000001338
- Georgieff MK. The importance of iron deficiency in pregnancy on fetal, neonatal, and infant neurodevelopmental outcomes. Int J Gynecol Obstet. 2023; 162(Suppl. 2): 83-88. doi:10.1002/ijgo.14951
- Andréanne Wassef, Quoc Dinh Nguyen & Martin St-André (2018): Anaemia and depletion of iron stores as risk factors for postpartum depression: a literature review, Journal of Psychosomatic Obstetrics & Gynecology, doi: 10.1080/0167482X.2018.1427725